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Die Quintus in Kernei und Tschonopel sowie einer Familie, die nach Vučevci weiterzog
Die Quintus in Kernei und Tschonopel können ohne Schaden für die Übersichtlichkeit zusammengefaßt werden, denn sie stammen alle von einem Paar ab und bleiben eine kleine übersichtliche Gruppe. In Kernei waren sie nur vorübergehend, meist nur zur Hochzeitsfeier. Die genealogischen Daten stammen aus dem Familienbuch (Ortssippenbuch - OSB) von Kernei, verfaßt von Johann Schmidt und aus dem Familienbuch Tschonopel von Hans Feith.
Alle Quintus in Kernei / Tschonopel stammen von Mathias Quintus, Sohn des Paul Quintus und seiner Frau Margarethe Huwer ab. Mathias wurde am 13. Juli 1777 in Frommersbach geboren und am gleichen Tag in der Pfarrkirche zu Zerf getauft. Das Dorf Frommersbach liegt am Mittellauf der Ruwer und ist heute ein Ortsteil von Zerf.
Mathias ist bisher das einzige sicher nachgewiesene der fünf Kinder des Paul Quintus, die bei der Passage von Wien im Mai 1786 registriert wurden. Alle genealogischen Erkenntnisse im Zusammenhang mit Paul Quintus, seinem Leben und seiner Familie sind äußerst schwierig. Vieles davon ist schon dargestellt. Es beginnt mit der Frage wer Paul Quintus eigentlich war, denn in Wien wird ein 33-jähriger registriert, in Weprowatz stirbt bald nach der Ankunft ein 60-jähriger und die Siedlerstelle 109 hält jahrelang, mindestens bis 1803 ebenfalls ein Paul Quintus, von dem im sog. „Liquidations Ausweiß“ kurz vermerkt wurde:
„Hat durch unterürdische Wassergüssungen viel gelietten und ist nicht in Stand von seiner jährlich wenigen Procreation diese Schuld ganzt zu dielgen“
In seinem Buch „Die deutschen Familien von Weprowatz“ schreibt Paul Scherer zu der Unstimmigkeit zwischen der Wiener Eintragung und den Weprowatzer Matrikeln trocken: „ ... er (nämlich der 60-jährige) oder der jüngere Paul Quintus ist auf Siedlerstelle 109. Die Altersangabe in Wien trifft auf keinen der beiden zu.“
Wahrscheinlich war es der älteste Sohn von Jakob, der die Siedlerstelle übernehmen durfte (oder musste). Es gibt viele Gründe, anzunehmen, daß die Listen in Wien nachlässig und ungenau geschrieben und mehrmals fehlerhaft übertragen wurde. Wir gehen also davon aus, daß es der 60-jährige Paul mit dem bewegten Leben war, der mit seiner dritten Frau und fünf Kindern einwanderte.
In seinem Brief vom 3. September 1994 bemerkt Paul Scherer „Die Quintus sind aus Weprowatz in andere Orte abgewandert.“ Und schließt dann einen Absatz mit der Überschrift „Frühe Quintus in Kernei und Tschonopl in der Batschka“ an, den ich vollständig zitieren möchte:
Die dritte Frau von Paul Quintus, Angela WINTERICH, WINTRICH, hat möglicherweise nach dem Tode Ihres Mannes ein weiteres mal geheiratet - vielleicht in einem Nachbarort von Weprowatz/Batschka. Ihre Kinder bzw. Stiefkinder (2 Söhne und 3 Töchter) nimmt sie vermutlich dabei zu ihrem neuen Wohnort mit. Diese Trauung hat nicht in Weprowatz, sondern möglicherweise in Tschonopel stattgefunden. In Kernei heiratet am 1.9.1796 ein Matthias Quintus (*um 1777) aus Tschonopel die Katharina METZ aus Kernei. Dabei könnte es sich um den am 13.07.1777 in Frommersbach, Pfarrei Zerf geborenen Matthias Quintus, Sohn von Paul Quintus und Katharina Kessler handeln.
Von Tschonopel fehlen uns die Sterbefälle vor 1808. Das kürzlich herausgegebene OSB Tschonopel ermöglicht auf Anhieb keine weiteren Rückschlüsse. Auf die Veröffentlichung des OS-Buches von Kernei warten wir noch. Daher wird die oben angeführte These vorerst nicht zu belegen sein.
Nach etwa einem Jahr war es soweit, das Familienbuch von Tschonopel war fertiggestellt, das von Kernei lag bei der Druckerei, und ich fragte Herrn Johann Schmidt, der Verfasser des Buches und Vorsitzenden der Heimatortgemeinschaft Kernei ist, im Juni 1995: „Gibt es in Kernei Eintragungen über Geburt/Heirat/Tod oder Firmung zu Angela Quintus geb. Winttrich/Winterich und/oder ihren 5 Stiefkindern in Kernei? Ist ein Zweig der Quintus auf Dauer in Kernei geblieben?“
Leider konnten diese Fragen nicht beantwortet werden, da gegenwärtig keine „Frauendaten“ verfügbar sind. Lediglich ein Sohn, nämlich Mathias, schien festzustehen. Wenn die Altersangabe bei seiner Heirat in Kernei, nämlich „21 Jahre alt“ genau genommen werden kann, ist die Antwort eindeutig. Es handelt sich um jenen Mathias, dessen Taufeintrag ich im Bistumsarchiv Trier im Kirchenbuch von Zerf fand:
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Dieser Mathias mit seiner Frau Katharina Metz bildet die erste Quintus-Familie in Tschonopel. Das Ehepaar Mathias und Katharina kommen aus Weprowatz bzw. Tschonopel und Kernei. Die Hochzeit fand in Kernei statt, sicherlich weil die Braut von dort stammte. Bald nach der Heirat zog das Ehepaar nach Tschonopel, denn ihr erstes Kind Georg wurde bereits dort geboren.
Die Quintus in Kernei und Tschonopel enden mit der Familie des Stefan Quintus Sv Mathias und seiner Frau Katharina Metz, die 1866 nach Mosovicz (eigentlich: Mrozovic; ein Ort bei Vucevci zog.
Hier endet (vorerst) die Linie des 6. Sohnes von Mathias Quintus, jedenfalls solange, bis ich etwa 7 Jahre später (Oktober 2002) im Archiv des AkdFF in Sindelfingen die Ortschronik von Vucevci / Wutschewzi fand. Es handelt sich um einen Slavonischen Ort im heutigen Staat Kroatien, nicht weit von Ossiek (zu Deutsch: Esseg). Wilhelm Andreas Zimmermann hat im Selbstverlag ein sehr ansprechendes Buch über diesen Ort herausgegeben. Hier erfuhr ich auch, dass Mosovitcz eigentlich Mrozovic heißt und nahe bei Vucevci liegt. Zimmermann notiert eine Ehe aus dem Kirchenbuch von Semeljci: Jakob Quintus aus Forkusevci, das zu dieser Pfarre gehört, heiratet am 22.05.1881 Barbara Fuderer aus Monostor. Jakob ist der Sohn des „verstorbenen Stefan Quintus, Bauer aus Krnjaja“ - das ist Kernei in der Batschka. Hier ist sie wieder die Spur ...
Die Familien aus Vucevci will ich deshalb hier aufführen, weil sie nahtlos anschliessen an die Kerneier und Tschonopler Quintus-Familien. Damals war es eine kleine Reise über die Donau, einfach in ein anderes Dorf. Heute (2005) wäre der gleiche Umzug vollkommen unmöglich. Die Donau trennt zwei verfeindete Staaten, die noch vor wenigen Jahren einen erbitterten Vernichtungskrieg gegeneinander geführt haben.
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Nachtrag November 2003:
Seit kurzer Zeit sind über das Internet die Daten der „Ellis Island Foundation, Inc.“ zugänglich. Es handelt sich um Einwandererdaten, die auf Ellis Island, dem Einfallstor der USA, nahe der Liberty Statue vor New York registriert und dokumentiert wurden.
Ich fand dort zahlreiche Quintus-Daten, dabei drei Einwanderer aus Tschonopel:
Quintus , ... evhan (was immer das auch heissen mag), aus Hungary, Csonoplya, Ankunft: 26. Mai 1909, 20 Jahre alt, Abfahrthafen war Rotterdam
Quintus, Pal, aus Hungary, Csonoplya, Ankunft: 14. Februar 1909, 25 Jahre, Abfahrthafen war Carnaro, Triest, Österreich
Quintus, Janos, aus Csonoplya, Ankunft: 14. Februar 1905, 27 Jahre, Abfahrthafen war Carnaro, Triest, Österreich
Alle drei Einwanderer sind in den Matrikeln nicht zu finden.
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___________________________________ Ellis Island - das war für viele Einwanderer die "Insel der Tränen" oder aber das goldene Tor nach Amerika. Rund 17 Mio. Menschen, meist europäischen Ursprungs, kamen von 1892-1924 in diese Einwanderungsstation. So kommt es, dass fast jeder zweite Amerikaner seine Wurzeln bis nach Ellis Island zurückverfolgen könnte. Erbaut wurden die Gebäude auf der Insel ursprünglich als Befestigungsanlage und als Munitionsdepot. Als 1892 die Bundesregierung die Kontrolle über die Einwandererströme übernahm, erhielt Ellis Island seine neue Funktion. Nach 1917 diente die Insel als Auffanglager und Abfertigungsschalter für Deportierte und politisch Verfolgte. Während des 2. Weltkriegs wurde Ellis Island als Internierungslager für Ausländer (insbesondere Deutsche und Japaner) genutzt. Um den stetig wachsenden Einwandererstrom einzudämmen, erließ die US-Regierung schließlich Einwandererquoten. Außerdem wurde die Kontrolle der ankommenden Heimatsuchenden direkt auf die Schiffe verlegt. So nahm die Bedeutung von Ellis Island nach 1924 stetig ab, und die Gebäude verfielen mehr und mehr.
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