Bemerkungen zu Familiennamen
Die antiken Quintus in Rom
Das Leben von Paul und Jakob
Kirchenbücher

Der erste Apatin-Siedler
ist Fabian Quintus Sv Georg und Katharina Rauch, der am 26. Oktober 1869 die Apatinerin Anna Kirschner heiratet und dort seine Familie gründet. Der erste Quintus, der in Apatin (am 17.04.1870) geboren wird, ist sein Sohn Josef, der kurz vor Vollendung seines vierten Lebensjahres stirbt. Als Enkel des wirtschaftlich erfolgreichen Mathias Quintus kann er sich wahrscheinlich nicht auf bedeutende materielle Güter stützen, denn sein Beruf in Apatin ist, nach tradierten Berichten „Stricker und Feldhüter“. Der Beruf des Strickers bleibt wohl auch eine Weile das Gewerbe der Quintus bis es einigen gelingt, in anderen Bereichen Fuß zu fassen. So beginnt z.B. auch sein Sohn Fabian als Stricker, bis er - bereits als verheirateter Mann - umschult und Zimmermann wird. In diesem Beruf ist er bis zur Weltwirtschaftskrise auch außerordentlich erfolgreich. Der dritte Sohn des Fabian, Anton geb. 08.04.1877 führt (wahrscheinlich bis zum zweiten WK) einen großen Strickereibetrieb in Apatin, in dem zahlreiche Familienmitglieder mitarbeiten (so z.B. seine Töchter und sein Sohn Anton *15.09.1907).

Apatins Kirche "Maria Himmelfahrt"

Die Apatiner Quintus werden, jedenfalls in der überwiegenden Mehrzahl, Handwerker, ohne große Reichtümer zu erwerben oder gesellschaftlich interessante Stellungen zu erlangen. Eine bemerkenswerte Ausnahme machte Monsignore Fabian Quintus, der bei vielen Landsleuten recht gut bekannt war. Zu seiner ersten feierliche hl. Messe, die 1933 in Apatin, seinem Geburtsort, gefeiert wurde, kam die gesamte "Freindschaft" in unseren Ort, um diesen besonderen Tag gemeinsam zu begehen. Ein paar Sätze über Fabian Quintus und sein Leben erfährt man hier.

Ein zweiter Strang führt ebenfalls von Weprowatz nach Apatin, als ca. 17 Jahre später (1887) ein Neffe des Fabian, nämlich Georg Quintus, Sohn des Tagelöhners Adam und seiner Frau Anna Pascht, nach Apatin heiratet. Die Armut der nicht erbenden Quintus in Weprowatz ist wohl noch größer geworden, denn zwischen 1840 und 1880 drängen viele Söhne in andere Gemeinden.

Aus diesen beiden Linien entstehen alle Apatiner Quintus. Alle Namensträger in Apatin sind somit Nachkommen des Mathias Quintus.


Das Rathaus Zeichnung von Walter



Bereits vor dem Erstsiedler Fabian haben jedoch zwei Frauen nach Apatin geheiratet bzw. sind nach ihrer Heirat dorthin gezogen. Es sind die unter 2.2 verzeichneten Rosalia und Theresia, beides Töchter von Paul Quintus und Margareta Weber. Rosalia müßte zwischen 1800 und 1832 und Theresia vielleicht ca. 1820 nach Apatin gekommen sein.

Es mag sein, daß wegen der „reinen“ Mathias-Linie und der Tatsache, daß die Apatin-Siedler wahrscheinlich völlig mittellos nach Apatin gekommen sind, keine Verbindungen zu den Verwandten in Weprowatz und den anderen Gemeinden gepflegt wurden. Der Existenzkampf war eben sehr hart. In einer Gesellschaft, in der wirtschaftlicher Erfolg eng mit sozialem Ansehen verbunden ist, haben die armen Verwandten keine besondere Bedeutung.

Die Apatiner Matrikel weisen 26 Heiraten, 36 Geburten und 20 Sterbefälle aus. Betroffen sind insgesamt 40 Personen, eine kleine Quintus-Gemeinde also, die in ca. 100 Jahren entsteht.


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Der größte Teil der genealogischen Daten sind den Büchern von Josef Paul Schwend entnommen.



Monsignore Fabian Quintus