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Wie bereits gleich in der Startseite erwähnt, bin ich in Apatin geboren, und zwar im April des Jahres 1944. Das Begleitgeräusch meiner Geburt war ein Fliegeralarm (Légiriado! Légiriado!), der den Überflug von hunderten amerikanischer Bomber auf Budapest anzeigte. Mein erster Schrei auf dieser Welt konnte den Sirenen Apatins nichts auch nur annähernd Gleichwertiges entgegenstellen. Dem sehnsüchtig erwarteten Ausruf „Es is a Bu!“ (Es ist ein Junge!) folgte mit mildem Entsetzen eine Bemerkung über meine Kopfform, den ich der Hebamme, die meine geliebte Tante (Maria Haschka, geb. Herzog, seinerzeit Gemeindehebamme) war, gerne verzeihe.
Das alles spielte sich im Hause Nr. 348 in der Fürdö Utza, vormals Badegasse, später Nikole Tesle ab. Der „richtige“ Krieg war in diesen Tagen noch nicht in Apatin angekommen, sollte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Was im weiteren Verlauf des schlimmen Jahres 1944 meiner Familie (und mir) widerfuhr, habe ich kurz in „Warum Familienforschung“ beschrieben.
Für die „alten Apatiner“ will ich jetzt kurz meine Familie vorstellen:
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Mein Vater war der Zimmermann Josef Quintus, der 1926 nach Buenos Aires auswandert, 1939 zurück kam und „Schiffmann“ auf dem Schlepper der Familie wurde, bis der Krieg (speziell die Bomben auf Budapest und die dort liegenden Schiffe) dem schönen Leben auf der Donau ein Ende bereitete. Nach der Internierung im sowjetischen Charkov, die ihm alle Zähne (Skorbut!) und fast das Leben kostete, wurde er wie so Viele, zur Zwangsarbeit in Serbien eingesetzt und arbeitete danach bis zur Ausreise der Familie im Jahr 1952 als Zimmermann auf der Apatiner Schiffswerft. Alle die ihn kannten, haben ihn als einen ausnehmend friedfertigen und ruhigen Mann beschrieben, dessen einzige Leidenschaft das Angeln war. Zum Glück für die ganze Familie, denn es brachte uns alle durch die schreckliche Hungerzeit der verheerenden ersten Jahre der kommunistische Kolchosewirtschaft.
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Meine Mutter Katharina Herzog wurde 1907 wie alle Familienangehörigen seit 1891 in unserem Haus in der Badegasse geboren. Sie war die ältere Tochter des Maurermeisters Franz Herzog und war in der Dorfgemeinschaft nur zu ihrer Jugendzeit präsent. Einige Jahre sang sie im „Burschenheim“ zu festlichen Veranstaltungen und trat in den damals üblichen kleinen Bühnenstücken auf. Durch die Auswanderung nach Argentinien und die daran anschließende Zeit, die sie auf der Donau fuhr, verlor sie weitgehend den Kontakt zu den Apatinern. Ihre Mutter Anna Saitz dagegen war im ganzen Ort bekannt, ebenso wie ihre Schwester Maria Haschka, die während der schlimmsten Jahre Apatins als eine von drei Gemeindehebammen tätig war.
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In Apatin besuchte ich den Kindergarten und zwei Jahre lang die ungarischsprachige Grundschule. Das war der ausdrücklicher Wille meiner Eltern, die Ungarisch im Gegensatz zum Serbischen für eine Kultursprache hielten. So verlief meine frühe Kindheit letztlich dreisprachig, nämlich Deutsch zuhause, das heißt „schwowisch“ wie wir damals sagten, in Apatiner Färbung, Ungarisch in Kindergarten und Schule, und Serbisch auf der Straße. Man kann sich denken, dass ich keine dieser Sprachen richtig erlernte. Das fiel mir aber erst viel später in Deutschland auf, nachdem wir Apatin im November 1952 verlassen hatten und nach verwirrenden Wechseln zwischen Aufnahmelager, Zwischenlager, Hauptdurchgangslager und ähnlichen Unterkünften dann in Düsseldorf sesshaft wurden.
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Meine Sprachkenntnisse wiesen mich schnell als das aus, was der Rheinländer seinerzeit schlichtweg „Pollack“ nannte. Ich fühlte mich angekommen: vom „dreckigen Germanski“ zum „dreckigen Pollack“ war es letztlich nur ein kurzer Weg gewesen (es war die "Rückkehr in die Urheimat“, wie die Flüchtlingsfunktionäre es seinerzeit nannten). Die sprichwörtliche Toleranz und Weltoffenheit der Rheinländer war in den frühen 50-er Jahren schnell an ihr Grenzen gestoßen.
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Meine lausigen Deutschkenntnisse sowie die fehlenden Schuljahre ließen keine Wahl der Schulform zu. Im Gegenteil: Ich hatte in der ersten Zeit größte Mühe in der Volksschule, die es seinerzeit noch gab, Schritt zu halten, um das jeweilige Klassenziel zu erreichen. Erst nach einiger Zeit, in der ich sehr bewusst speziell an meinen Sprachkenntnissen feilte, wurde ich allmählich besser und konnte Schuljahre überspringen.
Noch nicht einmal 14 Jahre alt, verließ ich die Schule und begann beim Land Nordrhein-Westfalen eine Verwaltungslehre. Drei Jahre dauerte diese Ausbildung in der Bezirksregierung Düsseldorf, die in einem imposanten wilhelminischen Prunkbau am Rhein untergebracht war (und es heute noch ist). Die ersten Wochen traute ich mich kaum laut zu atmen, so beeindruckt war ich von dem großen Gebäude, seinen hohen Räumen und den mit germanischen Sagen- und Göttergestalten ausgemalten Sälen.
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Nach einigen weiteren Jahren, angefüllt mit Abendschulen, Wehrdienst und mehreren Ausbildungen beim Land wurde ich am 1. April 1969 Regierungsinspektor und arbeitete noch bis Juni 1973 in der Bezirksregierung Düsseldorf.
Seit dieser Zeit, mittlerweile mein halbes Leben, bin ich im Nordrhein-Westfälischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, die letzten 15 Jahre in der Forschungsförderung, beschäftigt. Eine Tätigkeit, die mir, wie Beamte sich ausdrücken, „weit überwiegend“ großen Spaß macht. Allein aus der Kenntnis dessen, was Forschung wirklich ist, habe ich große Scheu, mich als Familien- oder gar als Ahnen-„Forscher“ zu bezeichnen. Eigentlich bin ich nichts anderes als ein Informationssammler und bediene mich dabei der Forschungsergebnisse anderer. Besonderen Respekt und Dank schulde ich deshalb den wirklichen Genealogen, von denen ich stellvertretend nur fünf die für mich besonders wichtig waren, nennen möchte, nämlich Paul Scherer (Karlsruhe), Hans-Peter Klauck, Hans Peter Bungert (beide Hunsrück) und natürlich die Apatiner Josef Paul Schwendt und Jakob Schuy. Paul Scherer, der mich auf die “Spur der Ahnen“ gebracht hatte, habe ich meine Tätigkeit als die eines „Jägers und Sammlers“ beschrieben: „Ich jage die Standesbeamten und sammle Informationen“. Das allerdings nicht so konsequent und kontinuierlich, wie es vielleicht sein müsste, denn andere Hobbys, beispielsweise die Ägyptologie oder das Bogenschießen, lenken mich immer wieder davon ab.
Über mein Privatleben möchte ich nur noch berichten, dass ich – wie kann es auch anders sein – ein leidenschaftlicher Familienmensch und in zweiter Ehe verheiratet bin.
Aus erster Ehe stammen meine beiden Kinder:
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Claudia, geboren im Juli 1968, lebt als Sozialpädagogin in Düsseldorf
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Andreas, geboren im November 1971, lebt als Lehrer in den USA
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Meine gegenwärtige Familie habe ich auf der Hauptseite bereits vorgestellt.
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